alle Unterkünfte
     Fitness und Freizeit
     Geselligkeit
     Geschichte


Zur Geschichte des Ferienparks 
Der Ferienpark Freesenbruch wurde als Anlage in der heutigen Form im Juni 1999 fertiggestellt. Dieser befindet sich auf geschichtsträchtigem Grund. Das "Waldhaus Freesenbruch", so der ursprüngliche Name, bestand im Jahr 2001 schon 75 Jahre.

1926 - 1954
Begonnen hatte alles mit einer Familie Sulzer im Jahre 1926. Der alte Herr Sulzer war leidenschaftlicher Jäger und Bauer. Deshalb beschloss die Familie, in Zingst ein Stück Land am Wald zu erwerben und baute hier ein Wohnhaus.
Da zum damaligen Zeitpunkt in der Umgebung genug Land zur Verfügung stand, vergrößerte sich das Anwesen der Familie Sulzer durch Pacht und Zukauf auf die heutigen Ausmaße.
In der Zeit des Dritten Reiches waren Regime-Größen wie Hermann Göhring des öfteren zu Gast in den Wäldern zwischen Born und Zingst.
Auch im Freesenbruch wurde häufig gejagt und damit verbunden, kehrten die ersten Gäste ins Waldhaus ein und verbrachten hier ihren Urlaub.
Das ursprüngliche alte "Waldhaus" verfügte über kleine Mansardenzimmer. Wasser wurde aus dem Brunnen gefördert, der sich ungefähr zwischen dem heutigen Haus 2 und 3 in der Nähe der Eiche befand. In den Nachkriegsjahren waren es vor allem Kinder, die von der Familie Sulzer aufgenommen und betreut wurden.
Dann kam das Jahr 1954 und die Familie Sulzers musste in einer Nacht- und Nebelaktion das Waldhaus verlassen. Sie sollte im Zuge der "Aktion Rose" verhaftet und enteignet werden.
Die Familie konnte jedoch in die Schweiz flüchten, wo sie bis zu ihrem Tode wohnte.
Ziel der "Aktion Rose" war die Enteignung sämtlicher Gastwirte und Hoteliers entlang der ostdeutschen Ostseeküste, um eine Substanz für den FDGB-Feriendienst der DDR zu schaffen.

1954 - 1989
Somit ging diese Anlage in den Besitz der ehemaligen VEB Landmaschinennbau Barth (LMB), später Schiffsanlagenbau Barth (SAB), über und wurde von dort verwaltet und bewirtschaftet. In den Anfangsjahren waren es vor allem die Arbeiter aus dem Barther Werk, die hier ihren Urlaub verbrachten.

Ungefähr 50 Urlauber hatten, zum Teil sehr beengt, Platz in der Anlage.
Das "Waldhaus" erfreute sich immer größerer Beliebtheit, da es in der DDR-Zeit genug Anlässe zum Feiern gab, z. B. bei allen möglichen Ehrentagen, Brigadefeiern oder staatlichen Feiertagen.
Die Beschäftigten vom Landmaschinenbau liebten diese Anlage und es wurden damals verschiedene Traditionen geboren, die bis zur Wende 1989 einen festen Platz im Jahresablauf einnahmen.
So wurde die Urlaubssaison mit jeweils einem Senioren-Durchgang begonnen bzw. abgeschlossen. Hier gab es für die ehemaligen Beschäftigten des Betriebes die Möglichkeit, mit ihren Angehörigen eine Woche im "Waldhaus" umsonst zu verleben. Tradition wurde auch die Anlage als Kinderferieneinrichtung, wo sich die Kinder der Arbeiter des Betriebes 3 Wochen im Juli tummeln konnten.
Und nicht zu vergessen der "Subotnik" (russisch Samstag)!
Immer am Wochenende vor dem 1. Mai wurde die Anlage von Mitarbeitern des Betriebes kostenlos hergerichtet.
Diese Tradition wird heute von einem Teil der Eigentümer der neuen Anlage im Herbst fortgeführt.

1970 gab es eine große Umbauphase. Die alten Scheunen- und Stallgebäude wurden in ein großes Wirtschaftsgebäude und Bettenhaus umgewandelt. Neue Bungalows entstanden. Seit dieser Zeit diente das Ferienheim als Austauschobjekt für Gäste aus anderen Betrieben der DDR.
Die Mitarbeiter des SAB fuhren dafür in südliche Ferienorte.
Interessanter Hinweis: 74,00 Mark der DDR kostete damals ein 14-tägiger Urlaub mit Vollpension pro Person.
In den Sommermonaten waren bis zu 15 Mitarbeiter um das Wohl der ca. 100 Urlauber in dieser Ferienanlage bemüht.

1989 bis heute
Seit 1990 ging es mit der Anlage stetig bergab. Personalkürzungen, Schließung des Trägerbetriebes, ungeklärte Eigentumsverhältnisse, Rückgabeansprüche der Erben der Familie Sulzer, Spekulationsobjekt der Treuhand etc ...
Die gesamte Palette des Wiedervereinigungsdurcheinanders war hier zu erleben.
Bis 1996 hielt sich die damalige Leitung mit Vermietungen zu Dumpingpreisen über Wasser. Die Bausubstanz der Gebäude und Bungalows wurde auf Grund der fehlenden Gelder für eine Erhaltung oder Sanierung immer maroder; teilweise mussten Gebäudeteile geschlossen werden. Nach der Wende war das Waldhaus die einzige Anlage in Zingst mit einem Saal. Hier erlebte die Karnevalstradition in den Jahren 1994 bis 1996 eine schöne Wiedergeburt und damit auch einen würdigen Abschluss der DDR-Geschichte des "Waldhauses im Freesenbruch".

1995 bekam die Tochter der Familie Sulzer das Grundstück rückübertragen.
Mit dem Verkauf an eine Bauherrengemeinschaft im Jahr 1996 begann der Abriss der alten Gebäude und der Neubau des Ferienparks. Diese Anlage verfügt über 48 Wohneinheiten, wobei jede Wohnung, bzw. jedes Haus unterschiedlichen Eigentümern gehört.
Durch diese Eigentumsverhältnisse wird die individuelle Ausstattung und Einrichtung der Wohnungen und Häuser erklärbar.
Die gesamte Anlage wird von der Ferienpark Freesenbruch GmbH geleitet, deren Gesellschafter alle Eigentümer sind.
Ehepaar Sulzer
Ehepaar Sulzer

Waldhaus 1926
Waldhaus 1926

Waldhaus 1950
Waldhaus 1950

Anlage Anfang der 1990er
Anlage Anfang der 1990er

DDR-Postkarte
DDR-Postkarte

Kinder im Ferienheim
Kinder im Ferienheim